Vom verlorenen Überblick und dem ersten Satz

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Ehrlich gesagt, habe ich ein wenig den Überblick verloren…

Seit dem Crash meines Bloginhaltes nach dem Umzug, ging mir ein wenig die Motivation flöten, überhaupt noch etwas zu schreiben. Neben dem, dass immer wieder „das Leben an sich“ dazwischen kam, hatte ich meinen eigenen Anschluss verpasst.

Mit dem Online-Verlust meiner Texte, hatte ich für mich auch meine „Visitenkarte“ in der Zusammenarbeit mit den Verlagen verloren. Sicherlich hätte es einfach ein paar eMails mit einer kurzen Schilderung bedurft, um dabei zu bleiben. Aber im Nachhinein dachte ich nur, dass es vielleicht auch gut so war. Das viele Tanzen auf unterschiedlichen Baustellen hat nicht unbedingt dazu beigetragen, meinen Entspannungspegel zu erhöhen. Ich war auch schlicht übersättigt von all dem. Von all den Neuerscheinungen, der Schnelllebigkeit in der Bücherwelt, dem Hype und dem schnellen Fall der zuvor gehypten Bücher, die schon ein paar Tage später auf dem „Mängelexemplar – Wühltisch“ landen. Gekoppelt mit irgendwelchen „SuB“ (Stapel ungelesener Bücher), „RuB“ (Regal voll ungelesener Bücher) und „WuLi“ (Wunschlisten), den ständigen Fragen danach „ob man dieses oder jenes Buch gelesen haben muss“ und den tatsächlich niederschmetternden Wohlstandsfragen, wie man denn bitte sein Bücherregal einsortieren sollte. Hinzu kommen Gewinnspiele diverser Bücherblogs, eines jagt das andere und jeder wundert sich, warum die Teilnahme so gering ist, wo es doch neben einem Buch noch Teebeutel und Altpapier (getarnt als sog. „Goodies“) zu gewinnen gibt. Ich brauchte eindeutig eine Auszeit und Abstand von all dem.

Ich weiss nicht, wieviele Bücher ich in der Zwischenzeit gelesen habe… 10? 15? 20? Letzten Endes ist es auch egal, weil ich keine Listen führe und auch nicht von einem zum nächsten Buch hechle. In jüngster Zeit schlich sich aber doch das Gefühl des Vermissens ein… Das des Austausches oder wenn ich den einen oder anderen Autor, das eine oder andere Buch so herausragend fand, dass ich es gerne mitteilen würde. Oder wenn ich mich hab wider erwartend doch anstecken lassen. So wie jetzt mit „Ein wenig Leben“ von Hanya Yanagihara. Oh, was hab ich dem Erscheinungsdatum entgegen gefiebert, um dann enttäuscht festzustellen, dass es ein bis zwei Monate braucht, bis es geliefert werden kann. Nach der Enttäuschung darüber kam die Freude, dass ich es doch „schon“ in den Händen halten konnte, weil es der hiesige Buchhandel bei mir um die Ecke hatte. Der großartige Moment, als ich das Buch gestern von der Folie befreien und endlich anfangen konnte, es zu lesen. Oder wenn sich mein Mann mit zwei seiner Freunde trifft, die beide ebenfalls gerne lesen und selbst, wenn ich diese Männer bisher nicht kennengelernt habe, tauschen wir über meinen Mann Lesetipps aus. Wie praktisch ist es da, wenn man den Link zu seinem Blog rüberschicken kann….

Aber nicht nur das Schreiben über Bücher hat nicht mehr stattgefunden. Auch insgesamt habe ich nichts Privates mehr geschrieben. Wie oft nahm ich es mir vor, habe es aber dann doch nicht getan. Weil ich keine Lust hatte, mir die Energie fehlte und ich mir ernsthaft die Frage stellte, warum ich das eigentlich tun sollte? Über die Dinge und Geschehnisse, welche mich so beschäftigt haben, darf ich nicht schreiben. Sie unterliegen der Schweigepflicht und ich bin nunmal leider kein investigativer Journalist. Bei allem anderen tat ich mich schwer. Ich bekam noch nicht einmal einen anständigen Plot hin. Ich hatte mal mehrere Tage schon fast manisch geschrieben. Hatte am NaNoWriMo teilgenommen. Zwar waren nun nicht alle Protagonisten direkt auf Seite 3 gestorben oder ermordet worden, aber allzu schnell glitt mein Schreiben in Bereiche ab, in denen ich dachte, dass das nie gelesen werden darf. Zu privat, zu krank. Burnside wäre bestimmt stolz auf mich gewesen…

Heute war nun also seit Monaten der erste Tag gewesen, dass ich wirklich das Bedürfnis verspürte, hier etwas zu schreiben. Und irgendwann muss man ja mal anfangen. Mit dem ersten Satz…

Und für alle, die sich jetzt fragen, was denn aus meinen Hunden geworden ist: sie leben noch, rauben mir weiter meine Nerven, sorgen für das entsprechende „Bauch – Beine – Po“ – Programm während der Spaziergänge… Marie ist eben Marie und Lotte hat sich weiter zu einem absolut willensstarken Breitmaulfrosch entwickelt und dafür gesorgt, dass ich mich neben der Arbeit nun ein wenig mit Massage und Dorntherapie für Hunde auseinander setze. Die ersten Seminare sind gebucht und bestätigt und ich freue mich schon drauf. Hoffentlich werden Lotte und ich nicht das ganze Seminar sprengen und mit ordentlich viel neuem Input zurück kommen.

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