9. Tag – Part II

 

Die beiden Nasen waren heute Mittag dann doch unternehmungslustiger, als ich annahm. Kaum hatte ich die letzten Zeilen für den Blog geschrieben, vonwegen, wir genießen noch ein wenig das dekorative Rumliegen, da sollte es schon wieder losgehen.

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Vergeßt alles, was ich vorher von angeblich langen Runden geschrieben habe! Heute haben wir uns selbst übertroffen… Losgelaufen sind wir wieder von (ja klar) hier aus. Über – um – mittendurch – unter durch – quer rüber – von links nach rechts und andersherum, einzig geflogen sind wir nicht am / auf dem „Hummelberg“ und im Angelberger Forst. 😉 Am Anfang hatte ich mich noch geärgert, dass ich heute Nachmittag meine Cam nicht dabei hatte, später war ich dankbar, dass ich nicht noch mehr schleppen muss, ausser den Hundeleinen (warum nehme ich die eigentlich noch mit?) und meinem Körper.

Es ist der Wahnsinn, wie sehr sich die Landschaft von Tag zu Tag, eigentlich innerhalb von Stunden verändert. Felder werden gemäht, andere mit GÜLLE gedüngt, wiederum andere abgeerntet… Und ich musste so an Hape Kerkelings Buch „Ich bin dann mal weg“ denken und zunächst grinste ich noch vor mich hin,  dass man – je länger man läuft – ins Nachdenken kommt, sich aber fragt, wo denn dann so der springende Punkt ist, dass man „erleuchtet“ wird. Gut, wir waren auf keinem Pilgerpfad unterwegs, aber dieses fluffige loslaufen und irgendwann stark nachlassen lernte ich heute dann auch mal kennen. Zwischendurch empfand ich eine richtige Dankbarkeit dafür, dass ich das mit meinen Hunden erleben darf, dass es mir von so vielen lieben Menschen möglich gemacht wurde… Später hab ich nur noch gedacht: „Shice, ich hab Durst!“.

Ich hab keine Ahnung, wieviele Kilometer wir heute gemacht haben… Gefühlt waren es mindestens 38 km, tatsächlich bestimmt nur nen Drittel davon. Es war so warm, dass ich im T-Shirt laufen konnte und bestimmt nochmal was an Farbe im Gesicht nachgelegt habe. Es war so warm, dass ich an die Unterhaltung mit den Mädelz gestern denken musste, bei der ich noch rumgewitzelt hatte, dass schon niemand sterben wird, wenn kein Wasser dabei ist… Und während ich daran dachte, erklomm ich schwitzend und schnaufend den Aufstieg zum Wald, damit wenigstens die Hunde was trinken konnten… Die 5 – stündige Haardwanderung war ein Dreck gegen heute! Ehrlich, so hab ich mich selbst noch nie erlebt… Demütig? Nee…, durstig, mit Gummibeinen und beginnenden Kopfschmerzen. Und warum erfreut es mich so gar nicht mehr, wenn sich meine Hunde wälzen? Wobei die Hunde güllefrei blieben (dieses Mal nicht, das hatte ich mir geschworen!).

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Mine war weiterhin nur am Rennen, höchstens mal gestoppt durch ein Mäuseloch oder einer Wasserkuhle. Auch Spunk war wacker dabei, rannte mit über Felder, grinste sich eines und erfreute sich des Lebens. Irgendwann  dann krochen Spunk und ich auf einer Höhe nebeneinander her, wir verschwendeten noch nicht einmal mehr einen Blick an die rennende Hermine. Wir mussten im Gegensatz zu ihr unsere Kräfte schonen…!

Nach gefühlten 8 Stunden (tatsächlich war es betimmt wieder nur nen Drittel davon), kamen wir hier wieder an. Mine ist sowas von behämmert, dass die echt noch versucht hat, einen anderen Weg einzuschlagen und weiterlaufen wollte. Spunk und ich wollten aber nicht mehr, nee, ohne uns! Glaub, Mine war auch fertiger als sie es „zugeben wollte“, denn kaum waren wir in der Wohnung, liess sie sich auf den Boden plumsen und ihr fielen die Augen zu. Und während sich die Hunde ein Leberwurst Milch-Bürli reinzogen, vertilgte ich erstmal ne anständige Portion Nudelsalat. Und eigentlich wollte ich nur mal kurz nen Kaffee auf dem Sofa schlürfen…., round about eine Stunde später erwachte ich! Der Hammer, ich bin sowas von weggepennt – das ist mir noch nie zuvor passiert nach dem Laufen! Und ich glaube, ich habe auch noch nie vorher so heiss geduscht, wie ich es nach dem kleinen Sofaschläfchen getan hatte.

Wir haben fertig für heute…!