Furzgeflüster

Das Treffen

Vor ein paar Tagen besuchte ich ein befreundetes Paar. Es waren einige Jahre vergangen, seit wir uns das letzte Mal gesehen hatten und ich freute mich sehr auf dieses Treffen. Gerade körperlich angekommen, drehte ich auch schon auf und erzählte und erzählte… Geistig war ich noch nicht da, hing immernoch in den ganzen Job-Stress-Geschichten der letzten Tage und Wochen fest und konnte gar nicht mehr aufhören zu reden. Anstatt zu fragen, wie es Ihnen geht und auch mal zuzuhören, kam ein Schwall nach dem anderen aus meinem Mund. Das Resultat der Hirnverbindungen, welche ich in dem Moment kaum stoppen konnte.

Während sie mir zuhörten und an einigen Stellen nachfragten, schaffte ich es nicht, einen Dialog zu führen. Vielmehr sprudelte es weiter aus mir heraus, während sich wenigstens ein Teil meines Hirns bemerkbar machte und die Frage aufwarf, was ich da eigentlich tat? Hatte ich mich so auf das Treffen gefreut, war ich jetzt mittendrin, es zugrunde zu richten und mein Gegenüber nur noch anzustrengen. Etwas, was ich eigentlich so gar nicht wollte, was ich aber jetzt zum wiederholten Male durchzog (ich winke mal dezent nach Bayern) und daran merkte, wie hoch mein Stresslevel noch immer war und ich mir selbst unangenehm wurde…

„Runter kommen!“, bemerkte mein Hirn jetzt immer hartnäckiger werdend an.

Ich schaute auf ihren Hund, der mir ruhig schlummernd zu Füßen lag. Alt ist die Hündin geworden und ihre Bewegungen sind durch die Knochen lahmer und staksiger geworden und während ich sie am Hals kraule, erzählte ich weiter. Von meinen Vorhaben, Ideen und Plänen. Und dass ich mich drauf freue und dann…

… dann schaute mich Peter an, ruhig lehnte er sich zurück und kündigte seine Frage mit den Worten „Ich will Dir jetzt nicht zu nahe treten, verstehe mich nicht falsch, aber ich wollte das schon länger mal sagen, bzw. nachfragen…“ an: „Warum willst Du das machen, anderen was zum Hund erzählen und erklären? Du hast zwei Hunde, die aus dem Ruder laufen und muss man nicht selbst seine Hunde gut erzogen haben, damit man auch glaubhaft rüberkommt?“ Und dann schließt er mit den Worten: „Ich selbst würde das erwarten und nehme doch jemanden ernster, der das auch vorleben kann.“

Und während ich versuche, ihm zu erklären, wo der Unterschied liegt, merke ich, wie holperig ich geworden bin. Wo war meine Geschmeidigkeit geblieben, mich in Worte fassen zu können um die für mich elementaren Unterschiede zwischen einer „formalen Erziehung“ und einer „sozialen Er-/Beziehung“ herauszustellen? So stolperte ich durch meine Antwort und ich schaffte es irgendwie, das ganze zumindest so hinzukriegen, dass es für Peter nun einen Sinn ergab und er mich jetzt nachvollziehen konnte.

Peter, ich danke Dir! Für Deine ehrliche Bemerkung und für die Frage(n)!

Alte Frage(n)…

Die Frage(n) waren tatsächlich nicht neu. Ich erinnere mich noch allzu gut an die Zeit, in denen ich so aktiv in unserem Forum geschrieben und erklärt habe. Wie ich eine Zeit lang nicht verstanden habe, warum man mich nicht verstanden hat. Wie ich wortgewandte Texte veröffentlichte und es überhaupt nicht verstand, dass es Menschen gab, die nicht das fühlten, was ich fühlte, nämlich diese ehrliche und tiefe Verbundenheit zum Hund. Die, die ich immer wieder als Basis von allem bezeichnete.

Dieses Fühlen und das Miteinander brauchten kein „Sitz, Platz, Aus“. Diese „klassischen Erziehungsfragen“ nach dem „Wie mache ich, dass der Hund dieses oder jenes tut oder eben unterlässt?“ stellten sich mir in dieser Form anfangs gar nicht, weil wir zusammen lebten, der Hund und ich. Und da war doch ich? Ich war doch präsent und da, mit meinem Hund? Und wieso stellen sich doch solche Fragen bei anderen Hundehaltern?

Erst im weiteren Verlauf versuchte ich, diese Fragen zu beantworten. Scheiterte aber immer wieder an dem „Das müssen sie doch fühlen, wie soll man das denn beschreiben? Und wo sind sie denn, wenn nicht mit ihrem Hund?“. Darum diese vielen Texte, der Versuch, die Basis zu erklären.

Oh, auch ich habe unglaubliche Mengen an Büchern. Ja, auch gelesen. Ich finde und fand es schon immer spannend, mir möglichst viel anzulesen zu Themen, die mich interessieren. Ich wollte wissen, wie ein Hund tickt, so richtig. Also belegte ich Kurse, in denen ich lernte, ein Ethogramm zu erstellen, etwas über Verhaltensbiologie und /- Ökologie, Domestikation, Entwicklung, Lernen und Gedächtnis und dergleichen mehr zu erfahren. Aus sogenannten „Ratgebern“ oder „Trainingsanleitungen“ suchte ich manchmal Anregungen raus oder las auch bewusst alte Bücher über Jagdgebrauchshundeausbildung, um die Entwicklung zu sehen. „Methoden und Trends“ nahm ich zur Kenntnis und mischte dort manchmal in Diskussionen mit.

An alle, die mich schon länger kennen: sorry, mit dem Klicker kann ich bis heute nicht umgehen und es ist mir immernoch fremd, diesen bei meinem Hund einzusetzen.

Einen Unterschied gibt es allerdings zu heute: meine beiden Hunde Hermine und Spunk hörten super! Sie waren wildrein, konnten nahezu immer frei laufen und wir bildeten ein gutes Trio. Wir waren uns selbst genug und konnten stundenlang alleine durch Feld und Wald wandern. Wir hatten eine gute Beziehung.

Peters Frage war berechtigt, denn mit meinen Hunden Marie und Lotte läuft es ja nun gerade nicht so vorbildlich, wie man meinen könnte…. Dabei fällt mir ein, dass ich noch immer nicht den 2. Teil von Marie während unseres Urlaubs im Freistaat geschrieben habe. Sie ist und bleibt eine Jagdsau, wenngleich das Miteinander besser geworden ist, seit dem wir beim Tierarzt waren und der eine Lösung des nunmehr fünf Jahre andauernden Rätsels diagnostiziert hat. Mein Hund und ich schlucken nun beide unser weiteres Leben lang unsere Schilddrüsenmedikamente… Irgendwie bezeichnend, dass es ausgerechnet uns getroffen hat!

Bei Lotte kokettiere ich ja gerne damit, dass sie nun ein GPS trägt und mich auch schon drei Mal hat alleine stehen lassen. Im Wald. Anfangs noch gelassen, wurde mir doch anders zumute, als ich merkte, wie weit sie gerade mal weg war. Gekoppelt mit den Erfahrungen, dass dieser Hund irgendwie eine andere Wahrnehmung hat als andere Hunde und in der Vergangenheit einmal einfach auf dem Spaziergang zur Seite kippte und kurzfristig ohnmächtig war und ein anderes Mal frontal mit dem Kopf gegen eine Steinmauer rannte und das Resultat ebenso eine Ohnmacht war, machte ich mir dann doch einige Gedanken mehr. Jo, dieser Hund kann richtig gucken und auch sonst ist mittlerweile alles gut bei ihr.

Und dennoch, wenn man mal von den rassetypischen Verhaltensweisen absieht, dann ist es bei uns doch ein wenig ausgeufert, was unser Zusammenleben angeht. Es geht mir immernoch nicht darum, ob dieser Hund „Sitz“ oder „Platz“ kann. Sondern vielmehr darum, dass sie mir allzu oft mit ihrem Blick und dem dann folgenden Verhalten die Mittelkralle zeigt. Sie macht ihr Ding und das konsequent und vehement. Und ich reagiere oder auch nicht (beispielsweise, wenn ich alleine zurück gelassen werde). Diese Reaktionen sind für sie dann so manchesmal nicht wirklich verständlich und nachhaltig schonmal gar nicht. Genau genommen sind sie sogar unfair dem Hund gegenüber, weil sie diese Reaktionen nicht verstehen konnte!

Was war passiert? Oder besser noch: was war nicht passiert?

Die letzten Jahre hatte sich mein Leben massiv verändert. Ich hatte Jobs, die mich sehr forderten und so blieb einiges von dem, was mir eigentlich wirklich wichtig war und ist „auf der Strecke“. Klar hatte ich irgendwie eine Beziehung zu meinen Hunden und irgendwie managten wir auch unseren Alltag. Aber eben nur irgendwie und nicht so, wie es mir entsprach und wie ich es mir wünschte. So schummelten wir uns durch die letzten beiden Jahre, drehten unsere Runden, beteuerten uns gegenseitig, wie toll wir sind – aber wirklich mehr passierte nicht. Das reicht aber nicht!

… neuer Ruck

Immer häufiger ertappte ich mich die letzten Wochen dabei, wie ich sagte: „Ja, da muss ich nochmal einen nachlegen…, ich weiß, das ist nicht so optimal und ich habe keine Lust darauf, zwei Hunde zu haben, die nicht ableinbar sind….“, und dergleichen mehr. Ich hatte mir vorgenommen, etwas mit meinem Hund zu tun.

Und so nahmen wir uns Zeit, zogen alleine in den Wald. Nachdem ich bald selbst in das reingetappt war, was ich in der Vergangenheit nicht verstand, holten wir uns das zurück, was wichtig ist: unsere Basis!

Wir haben wieder Spaß zusammen, entdecken nochmal neu und sind gemeinsam unterwegs. Noch immer nicht an „Sitz“ und „Platz“ interessiert, schenken wir uns wieder Aufmerksamkeit und achten (auf-)einander.

Ich fange wieder an hinzuhören und zu fühlen, Lotte nimmt es an und in den bisher folgenden Freiläufen blieb sie bei mir. Das heißt mit Sicherheit noch nicht, dass sie nicht doch mal abgehen wird, wenn der Reiz groß genug ist. Aber wir haben unseren Weg wieder gefunden und ich endlich wieder die faire Art, ihr zu zeigen, was ich möchte und was eben nicht.

Entspannung ist was für Anfänger!

Ein paar Zahlen vorab zu unserem Urlaub im Freistaat:

  • 5 Hunde und 3 Frauen im Schnitt – mit Ausnahme eines Wochenendes, da waren es 10 Hunde, 3 Frauen und 1 Mann
  • 3 Tierarztbesuche: davon einer mit Hund, zwei ohne Hund
  • 1 Hund, der jetzt medikamentös eingestellt wird
  • 3 Raufereien zwischen Lotte und dem Rest
  • 1 Gegenbiss an Cobakas Bein durch Lotte
  • 1 Biss Richtung meiner Hand mit Kontakt (denke mal, das war Lotte, war nach dem ganzen Prolleifer aber nicht zu beweisen)
  • 1 Katscher an Lottes Bein durch Cobaka
  • 1 Ratscher an Bommels Bauch – Herkunft nicht geklärt
  • 2 Interventionstänze von Chrissy und mir mit kunstvoll eingearbeitetem Wegschubsen beiderseits beim Versuch, die Hunde zu trennen
  • 1 spektakulärer – wirklich bühnenreifer! – Auftritt seitens Mela, die die Hunde nachhaltig trennte
  • 1 verbranntes Knie mit fetter Brandblase beim körperlichen Volleinsatz am Grill bei Chrissy
  • 2 schlaflose Nächte wovon eine Nacht der Hitze geschuldet war, die andere Nacht war Marie in einer Psychoschleife gefangen

Dabei sind wir jetzt gerade erst den 10. Tag hier und wir fahren morgen Vormittag wieder heim. Bleiben wir gespannt, ob ein Nachtrag erfolgen muss?

Entspannung ist was für Anfänger!

Wenngleich ich mir – und vor allem meinem Nevenkostüm – punktuell schon ein kleines bisschen weniger Action gewünscht hätte, kann ich es kaum glauben, dass die 10 Tage nun schon wieder um sein sollen? Da arbeitet man wochenlang auf den Urlaub hin und nach einem Fingerschnippen soll alles schon wieder vorbei sein?
Doch bei all meiner Wehmut, eines werde ich nicht vermissen: diese absolut quarkigen, merkwürdig schrillen Frauenstimmen hier in der Nachbarschaft. Was ist nur los in Bayern? Irgendwie hat hier Darwins „survival of the fittest“ nicht gegriffen, denn sonst hätten diese Frauen doch als erste durch mögliche Fressfeinde erkannt und erlegt werden müssen? Wobei…., andererseits hat sich der Freistaat ja schon irgendwie ein bisschen wie eine Insel für sich entwickelt?

Aber ich mag es hier im Freistaat. Es hat alles ein ganz eigenes Tempo und während alle lieb „Servus“ rufen, falle ich mit meinem „Moin“ oder „Tschö!“ so auf, dass sich Passanten in der Tankstelle neugierig umdrehen. Landsberg am Lech ist übrigens eine unglaublich schöne Stadt, die es unbedingt zu besuchen gilt.

Dieser Urlaub war nicht nur punktuell etwas sehr aktionsbeladen, sondern hat alte wie neue Erkenntnisse und Eindrücke geschaffen. Während Mela, Chrissy und ich wieder bewiesen, dass wir eine perfekte WG haben können, in der jede völlig haltlos seinen Zwängen freien Lauf lassen kann, weil alles wunderbar harmoniert und ineinander übergeht, weiss ich auch, dass ich nie mehr als zwei bis drei Hunde zur gleichen Zeit halten wollen würde. Wobei drei nur dann in Frage kämen, wenn der dritte in der Form und Kompaktheit wie Lotte wäre. Andererseits: hätte ich noch eine zweite Lotte, dann wären wir nicht mehr gesellschaftsfähig und müssten im Freistaat einen einsamen Hof bewohnen. So einsiedlermässig. Ohne Besuchshunde. Oder ohne selbst auf Besuch zu gehen. Quasi wirklich alleine. Mit Computer und Kaffeemaschine als Ansprechpartner und Kontakt zur Außenwelt.

Lotte hat sich hier nämlich größtenteils aufgeführt wie eine tollwütige Wildsau. Normen (der männliche Part am ersten Wochenende) erwähnte mehrmals, dass er sie doch mal gerne auf links gedreht hätte. Da stand ich noch locker über dem ganzen Gehabe von ihr. Zumal ich weiss, dass sie zuhause nicht so hellfreudig ist und nicht alles kommentieren muss. Das ist durchaus ein Zwang, der nicht so gut in eine WG passt… Etwas doof wurde es allerdings, als sie meinte, mit Cobi etwas austragen zu wollen. Ausgerechnet die beiden, die noch beim letzten Besuch Schulterschluss bewiesen hatten und ganz vernarrt ineinander waren. Jetzt haben sie ein etwas angespanntes Verhältnis miteinander – Mädels eben.

Chrissy und ich gaben auch alles, bei unserem Interventionstanz für Fortgeschrittene. Mit vollstem Körpereinsatz versuchten wir die beiden hysterischen Mädels zu trennen, wobei sich Lotte als „die kriegste nicht zu packen!“ erwies und demnächst eine Marke ins Ohr bekommt, Gütesiegel: „Unhaltbar“. Während wir also im Anschluss schweißgebadet dastanden und schon lachen mussten über unsere Formation an sich und dem Geschubse unter uns im Besonderen, foppte Melas Auftritt alles! Ich verneige mich vor ihr und voll empfundener Zuneigung muss ich aufpassen nicht sofort wieder loszulachen, bis die Tränen kommen. Mela hat es geschafft: sie hat mich zum Weinen gebracht! Während Chrissy und ich noch dastanden und uns gerade neu formatieren wollten, als die Mädels wieder übereinander herfielen, kam Mela wie aus dem Nichts von hinten – zwischen uns durch – geschossen, zog sich noch kurz den Gartenschlappen aus und hat sich mit Gebrüll auf die Mädels geschmissen. Naja, genau genommen sind alle drei brüllend hinter den Unterstand verschwunden. Chrissy, die restlichen Hunde und ich blieben stumm alleine zurück und wir fanden uns in einer Situation wieder, die wir einfach nicht ans Hirn weiterleiten konnten. Kurze Zeit später wurden die beiden Kampfmädels hinter dem Unterstand auch stumm, Mela kommt mit den Worten: „Jetzt hab ich aber die Schnauze voll und was die sich überhaupt rausnimmt für ihr Alter ist unglaublich!“ (damit meinte sie Lotte) noch etwas erregt um die Ecke zurück, zog sich ihren Schlappen wieder an und als die beiden Kampfsau-Hunde Mela räudig folgend auch ins Bild kamen, war es vollends um uns geschehen: ich habe so lachen müssen, dass mir die Tränen kamen. Diesen Auftritt von Mela als Grizzlybär werde ich nie vergessen. Ganz großes Kino und coole Nummer! Danke dafür!

Hach, ich werde jetzt schon ganz wehmütig – obwohl ich noch vor Ort bin…!

Ein absolutes Überraschungspaket stellte allerdings Marie dar. Sie war das erste Mal mit im Freistaat auf Urlaub. Im Vorfeld hatte ich mir die wildesten Gedanken gemacht, ob das mit ihr und den anderen Hunden klappen würde oder ob sie nicht vielmehr das eine oder andere „Hackbratenspiel“ veranstalten würde. Tja…, was soll ich schreiben? Es gab und gibt null Theater zwischen ihr und den anderen! Lediglich Finn schnauzt sie manchmal an. Da weiss sie nicht so genau, wie sie ihn nun finden soll. Ansonsten wechseln sie sich wunderbar ab und Marie stellt ihre Herder-Qualität unter Beweis. Finn hatte schließlich seinen gewerkschaftlich festgelegten Urlaub eingereicht und ihr den Job überlassen, auf Haus, Hof und Inventar aufzupassen. Es war wirklich erstaunlich, ganz so, als hätten sie sich untereinander abgesprochen: während einer der beiden aufpasst, zieht sich der andere zurück. Mit Cobi hat sie gerade mal so gar keine Probleme (und ich hätte gewettet, dass es zwischen denen zum Streit kommt), mit Bommel auch nicht.

Da Maries gesamte Story allerdings etwas umfangreicher ist, werde ich diesen Part II auf morgen oder übermorgen verschieben… 😉

 

Wunschvorstellung und Realität

Als ich eben in die Küche ging, den Knopf an unserem Kaffeevollautomaten drückte und mir dachte: „Heute mache ich es mir gemütlich und werde nichts anderes tun, als mich in den Garten zu setzen und zu lesen.“, musste ich schon bald lachen. Soweit sind Realität und Wunschvorstellung voneinander entfernt: während ich mich auf den frisch gezapften Kaffee freue und die Vorzüge zu schätzen weiss, wünsche ich mir gleichzeitig, ich würde endlich wandern gehen. So richtig lange, sowas wie pilgern ohne religiös zu sein: Fernwandern. Das hat ein wenig was von Heim- und Fernweh gleichzeitig. Gibt es sowas?

Jetzt gerade sitze ich unter dem Sonnenschirm und werde schon beim Gedanken daran, mit schwerem Rucksack loszulaufen und Kilometer zu machen, ganz müde… Fange ich doch schon an zu stöhnen, wenn die Hunde mich an der Leine hinter sich herzerren. Oder wie ich mich auf einen leckeren Latte Macchiato freue, wenn ich gerade mal fünf Kilometer gebummelt bin. Und doch packt mich der Gedanke immer wieder…

 

Wer kennt dieses Buch nicht oder aber den Film?! Eine Frau alleine auf dem PCT, dem Pacific Crest Trail. Und sie zieht es durch!

So wie ich es durchziehe, diese Bücher zu lesen und mich der Sehnsucht hinzugeben… So langsam reihen sie sich aneinander:

  • „Ich bin dann mal weg“ von Hape Kerkeling (natürlich!)
  • „Deutschland umsonst – Zu Fuß und ohne Geld durch ein Wohlstandsland“ von Michael Holzach
  • „Santiago liegt gleich um die Ecke – Pilgern in Deutschland“ von Stefan Albus
  • „Pilgern für Skeptiker“ von Jean-Christophe Rufin
  • „Der große Trip“ von Cheryl Strayed

Und jetzt aktuell:

  • „Laufen. Essen. Schlafen. – Eine Frau, drei Trails und 12.700 Kilometer Wildnis“ von Christine Thürmer

Zwei Zauberworte sind für mich Alleine und Wildnis.

Gerade über das zweite Wort habe ich die letzten beiden Tage viel nachgedacht. Bei der Gartenarbeit… Wer immer behauptet, Gartenarbeit würde Spaß machen und es sei so entspannend, in der Erde zu graben: was genau sind denn das für Gedanken in Euren Köpfen? Während ich mir das zum Mantra machen wollte, wie entspannend Gartenarbeit doch sei, schossen mir immer wieder andere Gedankenfetzen dazwischen:

„Was bitte ist so toll daran, wenn ich ständig an Büschen rumschneide und der vermeintlichen Natur vorgebe, wie sie bitte zu wachsen habe? Wer bin ich denn, dass ich das bestimme? Boah, ich habe keine Lust mehr! Diese Drecksgartenschere muss mal geölt werden… Meine Güte, so langsam tut mir mein Rücken weh. Da bekommt man doch ne Sehnenscheidenentzündung! Was ist eigentlich so schön an einem Blumenbeet? Diese Kackrosen! Dieser hässliche Rhododendron ist mir schon seit Jahren ein Dorn im Auge. Endlich fertig mit dem Scheiss, morgen mache ich aber nichts mehr…!“

Liebe Gartenfreunde: diese Arbeit hat so gar nichts mit Natur oder gar Wildnis zu tun. GAR NICHTS! Und mit Verbundenheit zu eben jener auch nicht. Da lasse ich doch lieber Beet Beet sein und die Kirschlorbeerhecke ist mir auch schnurzegal (jetzt habe ich sie ja auch geschnitten und wieder nen halbes Jahr Ruhe…): da gehe ich lieber fünf Stunden durch den Wald und stelle mir die bange Frage, wo sich denn aktuell wohl gerade die Wildschweine aufhalten dürften?

Alleine – müsste bei mir eher heissen „ohne menschliche Begleitung“, denn meinen Hund Lotte hätte ich schon gerne bei der Wanderung dabei. Meinen kleinen Breitmaulfrosch…, der bis vor Kurzem noch nicht einmal richtig lahmfrei laufen konnte. Den mindestens zwei Tierärzte schon kaputt-operieren wollten, unter der Überschrift „Es könnte sein, dass… Wir machen die mal auf.“ Oh, wie gut, dass ich auf niemanden gehört habe und lieber wacker zur Osteopathin fuhr, die sie wieder zurecht schob und ruckelte. Ja, ich werde nicht müde, dieses immer und immer wieder zu betonen.
Dieser Hund, der mich dazu brachte, tatsächlich ein Massageseminar zu besuchen. Wer hätte gedacht, dass ich das mal sagen würde, dass ich wegen meinem Hund zu einem Seminar gehe? Sonst war meine Motivation dabei eher instrinsisch.

Aber das Seminar war klasse! Es hat wirklich Spaß gemacht und alles war perfekt vorbereitet und organisiert. Hätte ich nicht schon andere Pläne, könnte ich mir gut vorstellen, dort tiefer einzusteigen. In die ganze Thematik. Dabei hatte ich mir im Vorfeld schon einige (berechtigte) Gedanken gemacht, dass Lotte und ich ein wenig das Seminar crashen könnten. Sie ist ja nun nicht gerade für eine dezente Zurückhaltung bekannt…  Eher im Gegenteil. Lotte aber zeigte sich von ihrer charmantesten Seite und während des ganzen Theorievormittages lag sie (als wäre sie schon ein Seminarprofi und nicht zum ersten Mal dabei) neben mir und schien sehr entspannt zu sein. Ab dem Mittag schwand dann ihre Nervenstärke etwas, gekoppelt mit dem, dass sie sich nun sicherer fühlte, kommentierte sie – zusammen mit einem Hundekumpel – so einiges, was sich außerhalb des Seminarraums abspielte. Dabei war sie so dermaßen müde, dass sie immer zur Seite kippte, während sie noch versuchte gegen den Schlaf anzukämpfen. Damit hatte Lotte durchaus Unterhaltungswert und amüsierte andere Teilnehmer. Als es dann endlich an die Praxis und damit an die Massage ging, war Lotte an dem Punkt, dass sie ganz klar meinte: „Nö!“. Das galt es dann für mich zu akzeptieren (ich erwähne jetzt auch nicht, dass sie der einzige von 10 – 15 Hunden war, der sich nichts massieren ließ – so ist sie eben), alles andere machte eh keinen Sinn. So stolz ich war, dass wir bis hierhin gekommen waren, saß ich dann doch ein wenig zerknirscht im Eck, mit Lotte kerzengerade an der Leine, während andere Hunde wohlig brummend auf der Seite lagen. Eine Frau erkannte meine etwas missliche Lage und stellte mir kurzerhand ihren Hund zur Verfügung. Das war großartig! So konnte ich doch noch „Hand anlegen“ und das auch noch bei einem Hund, bei dem wirklich alles zu fühlen und zu sehen war. So konnte ich nicht nur eine völlig platte Lotte wieder mit nach Hause nehmen, sondern auch die Sicherheit, dass meine Grifftechnik nun stimmig ist. Rundherum war es ein gelungener Tag. Lotte und ich werden übrigens im November wieder hinfahren. Dann besuchen wir das Seminar zur „Dorntherapie“. Das hatte ich schon im Vorfeld gebucht, aber nachdem ich letzte Woche versehentlich Lottes Schulter wieder in die richtige Position brachte und sie seit dem nicht mehr so rumeiert beim Laufen, passt es noch mehr. Falls es jemanden interessiert, Katrin Voßwinkel ist wirklich eine sehr nette Frau: Hundephysiotherapie.

Alleine mit Hund, um mal wieder auf das Thema zurück zu kommen…: Machen wir uns nichts vor: so ein richtiger Trail wie der PCT über die Bergkämme wäre für uns nichts. So ein Kamikaze-Hund wie Lotte einer ist (sie rannte schonmal frontal gegen eine Steinmauer!) würde ja in einer Dauergefährdung laufen und immer drohen, abzuschmieren. Ich bin mir auch nicht so sicher, ob wir im Sommer bei Temperaturen von über 30 Grad laufen könnten, denn dann kippt sie mir womöglich dauernd um?! Hm…, noch sind wir ja auch nicht soweit. Jetzt bin ich ja schon glücklich, dass sie überhaupt so schön, ohne zu lahmen und so lange läuft! Und wenn es mehr so um Stille, Natur / Wildnis und Alleinsein geht, dann könnten wir ja auch erstmal ne einsame Hütte wählen… Und von dort aus los wandern – oder auch nicht.
So wie:

  • „In den Wäldern Sibiriens: Tagebuch aus der Einsamkeit“ von Sylvain Tesson

 

 

 

Cuxhaven – ohne Handy

Der Urlaub stand an. Es war an der Zeit, das Handy mal komplett auszuschalten und es tatsächlich auch ausgeschaltet zu lassen. Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal nicht erreichbar war, mein Smartphone nicht auch im Urlaub benutzt hatte um „mal eben schnell“ eMails abzurufen, die eine oder andere Nachricht zu schreiben oder auch komplette Blogbeiträge mit eben diesem zu verfassen. Dieses Mal sollte es anders werden!

Und dann stand ich da im Wald…, ohne Handy. Ich genoss den Wald mit allen Sinnen und starrte wie paralysiert auf die Wassertropfen an den Birkenästen. Wie schön sie waren! Das wäre spätestens der Moment gewesen, in dem ich mein Handy aus der Tasche geholt, diesen Anblick fotografiert hätte, um das Bild dann zu zeigen oder mich an diesen Augenblick zu erinnern. Ich musste grinsen, weil ich dachte: „Ok, Bild ist nicht. Aber wie soll man diese Schönheit beschreiben ohne allzu pathetisch zu werden?!“. Seit Jahren bin ich das erste Mal an meinem Lieblingshügel im Wald vorbei gekommen, ohne ihn fotografiert zu haben… An einer Weggabelung hielt ich inne und verlor mich bald in der Stille, die mich in diesem Moment umgab. Wie herrlich sie war. Diese Stille… Apropos: da fehlte doch was? Bzw. eher jemand? Stimmt: ich war doch mit Hund gestartet, aber wo war Lotte jetzt?! Nachdem ich mich ein paar Mal im Kreis gedreht hatte, ohne irgendetwas an Geräusch zu vernehmen, entdeckte ich sie hinter einem Busch, aus dem heraus sie mich beobachtete und anstarrte. Jeder hat halt so seine eigene Philosophie zum Thema „Stille“. Und so standen wir noch eine Weile: Lotte hinter dem Busch, ich am Trampelpfad und wir lauschten…, dem jetzt einsetzenden Eisregen. So schön das auch war, aber es war dann doch spätestens jetzt soweit, den Weg fortzusetzen!

Es ist längst kein Geheimnis mehr, wieviel Zeit man mit seinem Handy „vertun“ kann. Nicht nur, dass ich mich selbst vor etwaigen Anrufen, Mails und Nachrichten schützen wollte, die die Arbeit betreffen, so hatte ich auch einen unglaublichen Zeitgewinn dadurch, dass ich privat auch nichts mehr zur Verfügung hatte. Zeit, sich noch mal neu zu orientieren, sich auseinander zu setzen und zu schauen…*

 

Zeit für Lotte und mich

Was Lotte und ich in all den Monaten nicht schafften, haben wir in 10 Tagen wieder aufgeholt. Ok, das war jetzt ein kleines bisschen übertrieben, aber während Ditze mit Marie joggen ging (und das taten sie an acht von zehn Tagen), haben Lotte und ich die gemeinsame Zeit genutzt. Unter anderem hatten wir unseren ersten richtigen Rehkontakt. Bis dato wusste ich nicht, was Lotte tun würde, wenn sie diese wahrhaftig zu Gesicht bekommt und nicht nur riecht. Und während wir durch den Wald liefen, kreuzten zwei Rehe ca. 10 Meter vor uns den Weg. Lotte stutzte kurz und… rannte hinterher! Und während ich noch hoffte, dass jetzt bitte nicht der ausdauernde Beagle in ihr erwachen möge und sie vielleicht aufgrund ihrer Bodennähe eh im Unterholz stecken bleiben würde, verschwand sie aus meinem Sichtfeld. Keine 10 Sekunden später sah ich sie wieder. Sie schien etwas orientierungslos zu sein und selbst, wenn ihre Nase hervorragend funktioniert und sie diese eigentlich auch perfekt einsetzt, so verlor sie sich ein wenig in ihrem Aktionismus. Gut für mich, denn so konnte ich mich strategisch gut positionieren und im passenden Augenblick mein Signal mit der Pfeife absetzen. Lotte reagierte sofort und kam so schnell ihre Beine und Pocke es zuliessen zu mir gerannt. Sie schien nahezu erleichtert zu sein, wieder bei mir zu sein, denn sie hatte sich nicht nur in ihrem Aktionismus kurzfristig verloren, sondern auch ihren Kontakt zu mir. Es ist doch wunderbar, wenn sich alles im richtigen Moment so zusammenfügt! Fortan liess sie mich nicht mehr aus den Augen und orientierte sich an mir. Sie lernte, dass sie in meiner Nähe bliebt, andere Hunde und Menschen nicht ständig begrüßen muss, hund auch mal alleine im Auto warten kann, der Einsatz ihrer Zähne in Richtung meiner Hand am Kühlschrank nicht erwünscht ist etc.. Augenscheinlich keine großen Sachen, wer aber Lotte, ihren „Humor“, ihre Willensstärke und ihre Null-Frustrationstoleranz kennt, der kann sich in etwa vorstellen, dass wir große Schritte gemacht haben. Aber unabhängig davon, ob sie zu anderen hinrennt und sie abcheckt oder nicht, hat uns diese intensive gemeinsame Zeit in unserer Beziehung unheimlich gestärkt. Und um jetzt mal so richtig kitschig-pathetisch zu werden: Lotte hat mir meinen Glauben wiedergegeben!

Marie

Nach ihrem Einzug vor fünf Jahren wurde ich dermaßen knallhart geerdet, dass ich mit der Nase voran auf dem Boden aufklatschte. In all der Zeit bekam ich es mit ihr nicht hin, dass sie an lockerer Leine läuft, das Wort gemeinsam bei Spaziergängen ist ihr nach wie vor fremd und sie glaubt weiterhin, dass die ganze Welt nur aus jagdbaren Opfertieren besteht. Ableinen ist ein utopischer Wunsch, denn sie ist und bleibt draußen ein völlig durchgeknallter Köter. Wir wären nicht wir, würden wir nicht immer mal – trotz alledem – einen Versuch starten und uns somit quasi den immer währenden Ist-Stand bestätigen. Und so leinten wir sie am Strand ab. Während sie die ersten hundert Meter mit Vollgas in meine Richtung rannte, machte sie kurzerhand einen Bogen und… war dann mal wieder weg! Nein, es wundert mich nicht. Es hätte mich eher gewundert, wenn sie tatsächlich zu mir gekommen wäre. Und während Marie wieder mal aus dem Sichtfeld verschwand und potentielle Beute jagte (… egal, wenn keine sichtbar ist, sie würde schon was finden, ausdauernd genug ist sie. Sie würde eher tot umkippen, als aufzugeben.), ließ sich Lotte nicht lange bitten und setzte hinterher. Gut für uns, denn sie gab Spurlaut, hatte Marie tatsächlich im Dünengras zu packen bekommen und lautstark an ihr herum gezerrt. Lottes eigenartiger Humor, gekoppelt mit Frau Rottenmeiers „Hier wird sich nicht amüsiert!“ half uns, die beiden flux zu orten und wieder einzusammeln.

Marie hatte es also geschafft mich in dieser Zeit zu „knacken“ und meinen Glauben an mich zu verlieren. Da nutzten auch keine Gedanken etwas; daran, dass ich bereits mehrere Hunde „wildrein“ bekam, innige Beziehungen aufbauen konnte und mal so etwas wie eine „natürliche Präsenz“ bei Hunden hatte (ich winke mal zu meiner Sista rüber, die mir dieses eine Zeit lang immer wieder mitteilte – Danke :*). Mit Marie war all das ausgelöscht und ich ja offensichtlich unfähig. Doch so langsam verschiebt es sich erneut und Dank Lotte komme ich wieder auf meinen Pfad zurück (an dieser Stelle winke ich auch zu Chrissy rüber: so eine Szene an Eurer Spülmaschine mit all meiner komischen Hirngrütze wird es fortan nicht mehr gehen! :))) und ich werde wieder mehr ins Thema „eintauchen“ und mal schauen, was daraus werden kann…?!

 

Urbex

Während ich mein Handy zuhause liess, sah ich, dass ich zu einem der verlassenen Gebäude auf dem Krankenhausgelände Zugang hatte. Nach Jahren stand dort doch tatsächlich mal eine Tür offen? Ich konnte nicht anders und schaute hinein. Zum ersten Mal sah ich, was sich in diesem Gebäude befand (Ditze konnte sich das nicht mit ansehen und lieh mir sein Handy, so dass ich doch das eine oder andere Bild vom Gelände machen konnte). Ähm…., ja:

 

Über meinen alten Blog erhielt ich mal eine Zuschrift mit der Frage, ob ich wüsste, wo sich ein bestimmter Zugang (zum möglichen Bunker?) befinden würde. Daran musste ich denken, als ich hierauf traf:

 

Sah vielversprechender aus, als es tatsächlich war, denn das verbarg sich hinter der ursprünglich versiegelten Tür:

 

Lesen

Erstaunlich an diesem Urlaub war auch, wie wenig ich gelesen habe. Ich hatte mir zwar einige Bücher mitgenommen, aber nur 1,5 davon gelesen. Unter anderem dieses wundervolle Buch:

Eine Geschichte über das Alter, das selbstbestimmte Leben und Sterben, Freundschaft und Begegnungen. Ich werde es mir ausnahmsweise jetzt leicht machen und auf die Rezension von Mara (Buzzaldrins Bücher) verlinken:

Ein Leben mehr von J. Saucier

 

 

Seit gestern sind wir nun zurück… Alles in mir sträubt sich, wieder in den Alltag zurück zu kehren, den ich gerne anders hätte. Zeit, neue Pläne zu schmieden!

 

* Eine Woche hatte ich das Handy komplett ausgestellt im Schrank liegen. Eigentlich wollte ich es am Sonntag nur kurz einschalten, telefonieren und dann wieder ausstellen. Da der Ansturm aber widerratend nicht ganz so groß war, liess ich es eingeschaltet. Aber erzählt mir doch nichts: die Klienten und alle Beteiligten riechen es doch, wenn das Handy eingeschaltet ist. Es dauerte nicht lange und es ging wieder los. Anrufe und Nachrichten ignorierte ich aber weitestgehend.

 

 

[Buch] Ein wenig Leben

„Endlich hab ich dieses vermaledeite Buch zu Ende gelesen.“
„Wieso, war es denn nicht gut?“
„Doch, aber anstrengend!“

 

 

Alles an diesem Buch ist zu laut, zu schrill, zu überzogen, zu überladen, zu viel, zu wenig, zu leise, zu wuchtig, zu anstrengend. Eine Übertreibung an allem. Und dennoch ist es genau richtig so, denn nur dadurch kann es so wirken und so viel auslösen im Leser.

Die Marketingstrategie dieses Buches ging voll auf, denn auch ich liess mich im Vorfeld anstecken, freute mich auf dieses Buch und konnte es kaum erwarten, endlich mit dem Lesen anfangen zu können. Und auch mir erging es so, dass mich schnell so eine Art Sog in dieses Buch hineinzog und ich es immer weiter lesen wollte. Dieses Buch „hat was“. Nur was? Ich kann es mir nach wie vor nicht richtig erklären, denn allzu schnell war ich auch gereizt, genervt, übersättigt und … manchmal sogar gelangweilt von all den Entschuldigungen sämtlicher Protagonisten. Es ging soweit, dass ich dachte, ich müsse ausflippen, wenn auch nur noch einer in meiner Umgebung die Worte „Es tut mir leid, es tut mir so leid!“ wählen und aussprechen würde.

Dieser Roman ist exzessiv, er macht mürbe. Aber genau das wollte doch erreicht werden?

Vier Freunde aus der Collegezeit

Jude, Willem, JB und Malcom – sie alle verbindet eine Freundschaft. Schnell wird aber klar, dass Jude den größten, den intensivsten und damit auch schmerzvollsten Part übernehmen würde. Die tiefe Verbindung zu Willem (oder vielmehr die Willems zu ihm) und wenn aus Freundschaft Liebe wird.

Jude hat mich wahnsinnig gemacht. Er mit seinem schweren Schicksal, bei dem man meint, es könne nicht mehr schlimmer kommen. Und dann kommt doch noch mehr und es wird schlimmer und man stellt sich zwangsläufig die Frage, wie viel ein Mensch ertragen kann, zu ertragen bereit ist? Ich wollte Jude nach dem ersten Anflug von Ungeduld schütteln, wollte ihm sagen, er solle jetzt endlich mal aufhören mit seiner Geisselung, ich wurde wütend und ich hätte ihm eine runterhauen wollen, mich umdrehen, abwenden und sagen wollen „Es ist Deine Entscheidung, lebe damit oder lasse es bleiben!“. Ich hätte mich zu ihm setzen wollen, gemeinsam mit ihm schweigen, ihm sagen wollen „Ich verstehe Dich.“, vielleicht sogar den Arm um ihn legen wollen.

Und genau deshalb ist dieses Buch so geschrieben worden, wie es geschrieben wurde – für diese Achterbahnfahrt, dieses Nachvollziehen können. Und gerade weil es immer und immer weiter macht mit seinen Schilderungen, die einen an den Rand bringen – sogar an den, dass man diese Aggression verspürt, man sich aber selbst wieder zurück nimmt, um eben nicht genau so zu reagieren, wie es provoziert wurde, ist es so anstrengend. Ich glaube fast, dass dieses nicht erreicht hätte werden können, wenn es nicht immer noch schlimmer gekommen wäre, sondern der Roman zwar mit all der Ausgeburt der Schicksalshölle geschrieben worden, aber letzten Endes doch vor sich hingeplätschert wäre.

Von der Wahrscheinlichkeit wie ein Leben verlaufen kann

In vielerlei Hinsicht ist dieser Roman realistisch. Sogar so, dass ich denke, dass es genau so laufen kann, sogar läuft bei einem Trauma, das so tief liegt, dass es nicht bewältigt werden kann. Schon aufgrund meines Jobs (oder meiner Persönlichkeit?) gibt es kaum etwas, was mich überrascht im menschlichen Denken und Handeln. Egal wie unerklärlich es auf den ersten Blick erscheint, so nachvollziehbar ist es auf dem zweiten.

Aber wie wahrscheinlich ist es, dass ein Mann im Erwachsenenalter von einem sehr erfolgreichen Herren adoptiert wird? Um einen Erben zu haben, um ein Loch zu füllen, um die Liebe und den Respekt auszudrücken? Wie wahrscheinlich ist es, dass man trotz der verkorksten Kindheit, nahezu ohne Schulbildung, ein erfolgreicher Anwalt wird? Dass alle Protagonisten auf kurz oder lang total erfolgreich und berühmt werden? Sie alle über Traumjobs verfügen und genau das tun können, was sie wollen? Dass sie immer an den Richtigen / an den Falschen geraten? Dass es niemanden überrascht – egal in welcher politischen Epoche sie leben -, wenn aus besten Kumpels homosexuelle Beziehungen entstehen? Wenig wahrscheinlich…. Dieser Roman hat aber sicherlich auch gar keinen Anspruch darauf, als „Tatsachenbericht“ zu gelten, vielmehr will er übertreiben und diese Unwahrscheinlichkeit wird zur Nebensache. Es passt ins Gesamtkonzept und damit überrascht es nicht wirklich.

Entgegen der allgemeinen Annahme, dass diese Geschichte einen zum Weinen bringt und man unbedingt mit jemanden sprechen wollen würde, wenn man sie durchgelesen hat, musste ich weder weinen, noch hatte ich ein Bedürfnis tatsächlich zu reden. Vielmehr entstand der eingangs wiedergegebene Dialog mit meinem Mann und ich hatte tatsächlich das Gefühl, dass ich es endlich geschafft hatte, als ich die letzte Seite zuklappte. Es ist nicht so, dass ich meine, dass dieses Buch nicht gelesen werden muss, ebenso wenig, wie es unbedingt gelesen werden muss. Neben diesem Sog es unbedingt weiter lesen zu wollen, war ich durchaus so aufgewühlt, wie es im Vorfeld angekündigt war. Aber aufgewühlt aggressiv, weil ich mich an den Protagonisten reiben konnte, mit den Augen rollen, wütend war. So wütend, dass ich bald selbst zum Messer gegriffen hätte, man sich bald selbst ins Fleisch schneiden möchte und gleichzeitig war ich unendlich genervt. Von allen. Sowohl von Jude, als auch allen anderen Beteiligten mit ihren überzogenen altruistischen Verhaltensweisen.

Ziel erreicht

Sowohl im Buch, als auch bei mir ausserhalb. Vielleicht nicht so wie gedacht – oder vielleicht doch genau so?

 

 

Ich bin bewusst nicht mehr auf die Geschichte an sich eingegangen. Zum einen, weil dieses Buch derzeit in so ziemlich aller Munde ist und zum anderen, weil ich selbst nicht zuviel vorweg verraten wollte. Aber bei Hanser Literaturverlage könnt Ihr noch mehr erfahren.

 

Ein wenig Leben von Hanya Yanagihara (übersetzt von Stephan Kleiner
erschienen 2017 Hanser Literaturverlage, 960 Seiten, ISBN: 978-3-446-25471-8

Vom verlorenen Überblick und dem ersten Satz

*

Ehrlich gesagt, habe ich ein wenig den Überblick verloren…

Seit dem Crash meines Bloginhaltes nach dem Umzug, ging mir ein wenig die Motivation flöten, überhaupt noch etwas zu schreiben. Neben dem, dass immer wieder „das Leben an sich“ dazwischen kam, hatte ich meinen eigenen Anschluss verpasst.

Mit dem Online-Verlust meiner Texte, hatte ich für mich auch meine „Visitenkarte“ in der Zusammenarbeit mit den Verlagen verloren. Sicherlich hätte es einfach ein paar eMails mit einer kurzen Schilderung bedurft, um dabei zu bleiben. Aber im Nachhinein dachte ich nur, dass es vielleicht auch gut so war. Das viele Tanzen auf unterschiedlichen Baustellen hat nicht unbedingt dazu beigetragen, meinen Entspannungspegel zu erhöhen. Ich war auch schlicht übersättigt von all dem. Von all den Neuerscheinungen, der Schnelllebigkeit in der Bücherwelt, dem Hype und dem schnellen Fall der zuvor gehypten Bücher, die schon ein paar Tage später auf dem „Mängelexemplar – Wühltisch“ landen. Gekoppelt mit irgendwelchen „SuB“ (Stapel ungelesener Bücher), „RuB“ (Regal voll ungelesener Bücher) und „WuLi“ (Wunschlisten), den ständigen Fragen danach „ob man dieses oder jenes Buch gelesen haben muss“ und den tatsächlich niederschmetternden Wohlstandsfragen, wie man denn bitte sein Bücherregal einsortieren sollte. Hinzu kommen Gewinnspiele diverser Bücherblogs, eines jagt das andere und jeder wundert sich, warum die Teilnahme so gering ist, wo es doch neben einem Buch noch Teebeutel und Altpapier (getarnt als sog. „Goodies“) zu gewinnen gibt. Ich brauchte eindeutig eine Auszeit und Abstand von all dem.

Ich weiss nicht, wieviele Bücher ich in der Zwischenzeit gelesen habe… 10? 15? 20? Letzten Endes ist es auch egal, weil ich keine Listen führe und auch nicht von einem zum nächsten Buch hechle. In jüngster Zeit schlich sich aber doch das Gefühl des Vermissens ein… Das des Austausches oder wenn ich den einen oder anderen Autor, das eine oder andere Buch so herausragend fand, dass ich es gerne mitteilen würde. Oder wenn ich mich hab wider erwartend doch anstecken lassen. So wie jetzt mit „Ein wenig Leben“ von Hanya Yanagihara. Oh, was hab ich dem Erscheinungsdatum entgegen gefiebert, um dann enttäuscht festzustellen, dass es ein bis zwei Monate braucht, bis es geliefert werden kann. Nach der Enttäuschung darüber kam die Freude, dass ich es doch „schon“ in den Händen halten konnte, weil es der hiesige Buchhandel bei mir um die Ecke hatte. Der großartige Moment, als ich das Buch gestern von der Folie befreien und endlich anfangen konnte, es zu lesen. Oder wenn sich mein Mann mit zwei seiner Freunde trifft, die beide ebenfalls gerne lesen und selbst, wenn ich diese Männer bisher nicht kennengelernt habe, tauschen wir über meinen Mann Lesetipps aus. Wie praktisch ist es da, wenn man den Link zu seinem Blog rüberschicken kann….

Aber nicht nur das Schreiben über Bücher hat nicht mehr stattgefunden. Auch insgesamt habe ich nichts Privates mehr geschrieben. Wie oft nahm ich es mir vor, habe es aber dann doch nicht getan. Weil ich keine Lust hatte, mir die Energie fehlte und ich mir ernsthaft die Frage stellte, warum ich das eigentlich tun sollte? Über die Dinge und Geschehnisse, welche mich so beschäftigt haben, darf ich nicht schreiben. Sie unterliegen der Schweigepflicht und ich bin nunmal leider kein investigativer Journalist. Bei allem anderen tat ich mich schwer. Ich bekam noch nicht einmal einen anständigen Plot hin. Ich hatte mal mehrere Tage schon fast manisch geschrieben. Hatte am NaNoWriMo teilgenommen. Zwar waren nun nicht alle Protagonisten direkt auf Seite 3 gestorben oder ermordet worden, aber allzu schnell glitt mein Schreiben in Bereiche ab, in denen ich dachte, dass das nie gelesen werden darf. Zu privat, zu krank. Burnside wäre bestimmt stolz auf mich gewesen…

Heute war nun also seit Monaten der erste Tag gewesen, dass ich wirklich das Bedürfnis verspürte, hier etwas zu schreiben. Und irgendwann muss man ja mal anfangen. Mit dem ersten Satz…

Und für alle, die sich jetzt fragen, was denn aus meinen Hunden geworden ist: sie leben noch, rauben mir weiter meine Nerven, sorgen für das entsprechende „Bauch – Beine – Po“ – Programm während der Spaziergänge… Marie ist eben Marie und Lotte hat sich weiter zu einem absolut willensstarken Breitmaulfrosch entwickelt und dafür gesorgt, dass ich mich neben der Arbeit nun ein wenig mit Massage und Dorntherapie für Hunde auseinander setze. Die ersten Seminare sind gebucht und bestätigt und ich freue mich schon drauf. Hoffentlich werden Lotte und ich nicht das ganze Seminar sprengen und mit ordentlich viel neuem Input zurück kommen.

„Ich ziehe mal eben um….“

Mal eben kurz umziehen

So war der Plan. Wie soll ich´s schreiben: der Domainumzug hat geklappt. Aber das ist leider auch schon alles.

Meinen letzten Blog habe ich über viele Jahre geführt. Mal mehr, mal weniger regelmässig. Ich habe viele Geschichten erzählt und tolle Kontakte geknüpft.

Angefangen mit dem „Urlaubstagebuch für Daheimgebliebene“, über meine Hunde, die etwas anderen „schönen Ecken“ in einer Großstadt, über Videos und Privates, Skurriles und Alltägliches. Geschichtliches zum Krankenhausgelände samt Gebäude, bishin zu Buchrezensionen und Verlagskontakten war der Umzug das Ende dieses Blogs.

All das liegt mir zwar noch als eine Datei vor, diese lässt sich aber nicht importieren. Egal, was und wie ich es ausprobiert habe.

Nachdem die erste Wut verflogen war, hab ich mir die Frage gestellt, was jetzt überhaupt ansteht? Ist es vielleicht Zeit, alles nochmal zu überdenken, neu zu machen? Gleichzeitig vermisse ich einiges. Ich denke, ich werde nach und nach einige Beiträge hier manuell wieder einstellen. Aber das braucht viel Zeit und Musse und wird auch nicht vollständig erfolgen können.

Wir werden sehen?!

 

TiRoCux

 

[Buch] Der Jungfrauenmacher

 

[Buch] Der Jungfrauenmacher

Wie bereits bei „Die Sandwitwe“ angekündigt, hier nun also tatsächlich der erste Teil von Henning und Jansen.

Die Ermittler Henning und Jansen haben es bei diesem Auftakt der Thrillerserie von Derek Meister mit einem Mörder zu tun, der seine Opfer in die Tiefe zieht und sie wie Kreaturen des Wassers aussehen lässt.

Während eines Unwetters samt Überschwemmung, wird die Leiche einer Frau an den Strand gespült, welche merkwürdige Wunden mit Kiemennachbildungen aufweist. Als kurz darauf eine zweite Leiche aufgefunden wird, ahnt Polizeichef Knut Jansen, dass er es in seinem ansonsten beschaulichen Valandsiel mit einem Serienmörder zu tun bekommt. Parallel lernt er die Profilerin Helen Henning kennen, die nach dem Tod ihres Vaters und ihrem Aufenthalt in den USA an die Nordsee zurück kehrt und nicht nur den Nachlass regeln muss, sondern ihre eigene Geschichte mit im Gepäck hat. Gemeinsam setzen sie alles dran, um den Mörder zu fassen, ehe das nächste Opfer zur Jungfrau wird.

Selbst wenn mich insgesamt der zweite Band mehr begeistert hat, so ist Der Jungfrauenmacher als Auftakt ebenfalls sehr überzeugend. Die Grundidee fand ich super (ein erneutes Hoch auf diesen Einfall des Autors), ebenso waren die Spannungsbögen (wieder) angemessen und klasse. In diesem Buch wird der Grundstock für die Begleitstory von Hennig und Jansen gelegt, ebenso wird hier der Konflikt von Knut Jansen und seinem Vater – dem ehemaligen Polizeichef – deutlich. Alles in allem ein guter Einstieg, der seine weitere Steigerung im zweiten Band erfährt.

Derek Meister wurde 1973 in Hannover geboren, studierte Film- und Fernsehdramaturgie und schreibt erfolgreich Romane und für´s Fernsehen. Mehr Infos finden sich auf seiner Homepage.

Unter anderem ist von ihm auch die „Rungholt – Reihe“ erschienen, von der ich mir jetzt den 1. Band bestellt habe…, ich bin gespannt.

Der Jungfrauenmacher von Derek Meister, erschienen 2015 im Blanvalet Verlag, 413 Seiten, ISBN: 978-3-7341-0060-4

[Buch] Die Sandwitwe

 

[Buch] Die Sandwitwe

Im Klappentext heisst es:  »In Valandsiel werden mehrere mit Sand gefüllte Leichen gefunden, die der Mörder zu grotesken Figuren drapiert hat.« Es wurde nicht zuviel versprochen!

Derek Meister hat mit Die Sandwitwe einen Thriller vorgelegt, der mich mehr als positiv überraschte. Wenngleich es eigentlich nach „Der Jungfrauenmacher“ der zweite Band und damit Fall von Kommissar Jansen und Profilerin Henning ist, so bin ich mit diesem Buch eingestiegen, habe nichts an Vorabinformationen vermisst und konnte der Story sehr gut folgen. Der Band hat mich sogar so begeistert, dass ich unbedingt auch den ersten Teil lesen möchte.

In Valandsiel an der Nordsee werden also mit Sand gefüllte Leichen gefunden, welche mit zunehmender Anzahl stets perfekter und brutaler ermordet wurden. Nachdem zunächst kein Muster erkennbar ist, meldet sich der Mörder anonym bei der Polizei. Diese gerät zunehmend unter Druck, denn es befindet sich noch ein weiteres Opfer in seiner Gewalt. Im Rahmen der Ermittlungen stossen Jansen und Hennig auf einen Unfall, der 25 Jahre zurück liegt und bei dem der Junge Brand tödlich verunglückte. Oder hatte er doch überlebt und ist nun auf Rache aus?

Die Spannungsbögen sind nahezu perfekt und was der Autor an Verbindungen und Ideen einbrachte, liess mich staunen. Darauf muss man erstmal kommen! Wenngleich es an keiner Stelle überzogen wirkte. Auf den ersten Seiten bin ich auf ein paar befremdliche Worte wie „…ätzte Knut“ (statt „… antwortete gereizt“ o.ä.) gestossen, die mich skeptisch machten. Hatte ich doch keine Lust, hier einen „Jugendthriller“ im Slang zu lesen. Doch nicht nur, dass es sich komplett verlor, so packte mich die Storyline derart, dass es mir sogar egal gewesen wäre. Nahezu klassisch, die Begleitstory von Jansen und Henning: der verliebte Cowboy und die Profilerin mit Vergangenheit. Gibt dem Ganzen zwar ein wenig zusätzliche Würze, aber die eigentliche Story ist gespickt mit so vielen Detailbeschreibungen, dass schon sie alleine den Leser mitnimmt, so dass sie mehr als ein zusätzlicher „Bonbon“ gelten dürfte. Wer mich kennt weiss, dass ich ein Nordeseefan bin und mehr noch: ein Freak, was verlassene und verfallene Häuser angeht. Auch hier kam ich voll auf meine Kosten und als ich dann auch noch auf den letzten Seiten etwas von Dr. Tillmann – dem Psychologen – las, hätte es für mich nicht runder sein können und ich war nahe dran, dem Autor eine eMail zu schreiben!

Die Sandwitwe von Derek Meister, erschienen im Mai 2016 im Blanvalet Verlag, 383 Seiten, ISBN: 978-3-7341-0061-1